Montag, 21. Mai 2012

Sonntagssüß: Joghurtkuchen mit Rhabarber


In der Küche meiner Omi sitzen und Rhabarberkompott essen gehört zu meinen frühesten Kindheitserinnerungen.
Meine Großeltern lebten in einem Haus mit einem riesigen Garten, in dem alle Gemüse- und Obstsorten angebaut wurden, die in unseren Breitengraden wachsen. Das ganze Jahr waren wir versorgt vom Frühling an mit Rhabarber und Bärlauch über den Sommer mit Brombeeren und Salat bis in den Herbst mit Äpfeln und Kürbissen.

Doch dem Rhabarber gilt seit jeher meine große Liebe, weil er Seltenheitscharakter hatte. Meine Mama verabscheut den Geschmack von Rhabarber und bereitet ihn dementsprechend selten zu, mein Papa, der die roten Stangen ebenso liebt wie ich, wagt sich allzu selten in die Küche. Rhabarber bekam ich also nur, wenn ich bei meinen Großeltern war.

Seit ich von zu Hause ausgezogen bin, gibt es bei mir Rhabarber in allen Farben und Formen von der ersten bis zur letzten reifen Stange - sehr zum Leidwesen des Kerls. Rhabarber als Kuchen, als Kompott, im Eis, als süßer Auflauf, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Diesen Joghurtkuchen habe ich heuer zum ersten Mal gebacken und konnte bereits nach dem ersten Bissen im tiefsten Brustton der Überzeugung sagen: der allerbeste Rhabarberkuchen, den ich je gegessen habe. Ehrlich.

Fluffig, saftig, nicht zu süß, einfach nur gut!

Und das beste ist: kaum Aufwand! Ist der Rhabarber einmal geschnitten, ist der Kuchen so gut wie fertig. Nein, das Allerbeste ist: der Kerl isst ihn mir nicht weg, er mag ja keinen Rhabarber. Wenn der wüsste, was ihm entgeht...




Ich bin fest überzeugt, dass dieser Joghurtkuchen auch ein Liebling meiner Omi geworden wäre, sowohl zum Backen als auch zum Genießen. Um meine Großeltern wenigstens ein bisschen teilhaben zu lassen an diesem Genuss, habe ich den Kuchen auf einem alten Silberteller fotografiert, den ich von ihnen geerbet habe. 

Auf meine Großeltern, die meine Liebe zum Rhabarber geweckt haben!


Joghurtkuchen mit Rhabarber
(aus Annik Wecker: Anniks göttliche Kuchen. Und ja, die Kuchen sind wirklich göttlich! Anfangs hab ich ob des Preises ein wenig geschluckt, aber dieses Buch ist jeden Cent wert! Ehrenwort!)

Rezept für eine Springform

Belag: 500 g Rhabarber, 1 EL Speisestärke, 40 g brauner Zucker
Teig: 200 g weiche Butter, 250 g Zucker, 1/2 TL gemahlene Vanille, Zitronenschale, 4 Eeier, 250 g Mehl, 50 g Speisestärke, 2 TL Backpulver, 1 Prise Salz, 150 g griechischer Joghurt

1) Rhabarberstücke (1 cm breit) mit Speisestärke und Zucker mischen. Backofen auf 160°C vorheizen.

2) Butter mit Zucker, Vanille und Zitronenschale schaumig schlagen. Eier einzeln unterrühren, jedes ca. eine halbe Minute.

3) Mehl, Stärke, Backpulver und Salz in eine Schüssel sieben. Mehlmischung und Joghurt abwechselnd in die Buttermasse rühren. Teig in die gebutterte Springform füllen. Rhabarberstücke auf dem Teig verteilen.

4) Kuchen bei 160°C 60-70 Minuten backen. Ich habe den Kuchen nach 45 Minuten mit Alufolie bedeckt, damit er nicht zu dunkel wird.
Nach dem Abkühlen Form entfernen.

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