Dienstag, 31. Juli 2012

Kartoffeldruck-Servietten

Postkarten, Eingemachtes, Deutsch ohne Anglizismen, Stoffservietten.

Diese Dingen haben eines gemeinsam: Sie galten lange Zeit als überholt, erfreuen sich aber neuer Beliebtheit. Und das völlig zu Recht.

Denn die Welt ist ohne bestimmte Dinge einfach ein schlechterer Platz - und für mich zählen Stoffservietten dazu. Ein gedeckter Tisch mit Stoffservietten reicht an nichts heran. Ob zu Feiertagen mit klassischen weißen Leinenservietten oder unter der Woche mit einer farbenfrohen Ausführung.






Meine neuen Servietten sind ein Zufallsprodukt. Am Samstag bin ich in dem kleinen, aber feinen Handarbeitsladen bei uns in der Stadt und stelle erfreut fest: das ganze erste Stockwerk ist voll mit Tilda-Stoffen, ein Ballen reiht sich an den nächsten.

Mir bleibt keine andere Wahl, ich muss diesen hübschen hellblau-gestreiften Stoff kaufen. Ursprünglich ist der Plan, dass ich die Servietten bedrucke und das Nähen Mama überlasse.

Ich setze mich dann aber selbst an die Maschine und bin mit meinen ersten Nähversuchen eigentlich recht zufrieden.

Weil ich meine Servietten für laue Sommerabende bedrucke, an denen man bei Wurstsalat und Obazdn draußen sitzt, entscheide ich mich für das bairische Guten Appetit: An Guadn :)








Und so geht's:
Stoff
Nähmaschine, Faden
Kartoffeln
Ausstecherle
Stofffarbe

Stoff auf die Wunschgröße zuschneiden, Rand mit einem bunten, kontrastierenden Faden umnähen (mit einem auffälligen Stich).

Kartoffeln halbieren, mit Hilfe der Ausstecherle das gewünschte Motiv in die Kartoffel prägen. 
Bei einem Schriftzug darauf achten, ihn spiegelverkehrte in die Kartoffel zu prägen. 
Den fertigen 'Stempel' mit Stofffarbe bestreichen und auf den Stoff drucken. (Am besten zuerst auf einer Zeitung testen.) Stofffarbe nach Angabe des Herstellers fixieren.

Montag, 30. Juli 2012

Sonntagssüß: Berry Love

Ich habe eine Obsession für Kleinigkeiten. Essbare Kleinigkeiten.

Alles schmeckt besser, wenn es klein ist. Piccolini Pasta, Fruchtzwerge, Cocktailtomaten, aber vor allem Gebäck.

Aus diesem Grund habe ich den Johannisbeer-Makronenkuchen, den meine Oma bäckt, seit ich denken kann, in kleine Johannisbeertörtchen umgewandelt. Getreu dem Motto: Mit einem Haps sind die im Mund.

Als noch Rhabarberzeit war (die ich insgeheim zurücksehne, ich bin jetzt auch gerade sehr traurig, dass nur noch vereinzelt Erdbeeren zu finden sind), habe ich diese Törtchen mit Rhabarber gebacken, jede andere Obst- und Beerensorte geht natürlich auch!

Ich mag sie am liebsten mit Johannisbeeren, der leicht säuerliche Kontrast passt meiner Meinung nach am besten zum doch ziemlich süßen Baiser. Davon abgesehen wachsen im Garten meiner Omi fünf Sträucher mit den kleinen roten Perlen und die müssen ja verarbeitet werden.

Und das bitte sinnvoll, nicht so wie ich letzten Donnerstag. Einen Teil der Beeren haben wir nämlich zu Saft verarbeitet, von dem eine Flasche in unserer Kühlschranktür stand. Nach einem schwungvollen Öffnen macht es einen großen Batsch, als ich in einer beigen Leinenhose vor dem Kühlschrank stehe... der Plan, mal wieder zu batiken, hat sich damit auch erledigt, denn die Hose ist rot bis zum Knie.

Alle weiteren Beeren habe ich dann sofort verbacken, so dass diese kein Unheil mehr anrichten!










Johannisbeer-Makronentörtchen
für 24 Törtchen

Mürbteig:
250 g Mehl
150 g kalte Butter
1 Ei
Salz
50 g Zucker
1 EL Wasser

Butter mit Zucker verrühren, Ei dazugeben. Anschließend Salz, Mehl und Wasser zugeben, kurz verrühren. 1 Stunde kaltstellen.
Muffinform mit Papierförmchen auskleiden, Kreise aus dem Mürbteig ausstechen und in die Förmchen einpassen.
Teig mit einer Gabel einstechen und bei 170°C 10 Minuten vorbacken.

Belag:
500 g Johannisbeeren, geputzt
3 Eiweiß
100 g Puderzucker
Zitronensaft
125 g Mandeln, gerieben

3 Eiweiß steif schlagen, Zucker einrieseln lassen. Einen Spritzer Zitronensaft zugeben, vorsichtig die Mandel unterrühren.
Die Hälfte der Johannisbeeren unter die Makronenmasse ziehen.
Auf die vorgebackenen Törtchen zuerst die Johannisbeeren geben, dann die Makronenmasse.
Bei 170°C weitere 20 Minuten backen.

Freitag, 27. Juli 2012

Karamel Sutra.. Oder Delhi Delha Delirium

Unser Weg von Delhi nach Agra.

Ich hab ja schon erwähnt, dass Indien ein langgehegter Traum von mir war. Nach einigen Aufenthalten in Süd-Ost-Asien war mir nach einer neuen Herausforderung. Und auch wenn jetzt vielleicht Unverständnis aufkommt. Ich mag das. Die Gerüche (nicht immer schön), das einfache Leben mit Rucksack (teilweise zugegeben eher unbequem) und das Gewusel, die Hektik Asiens. Alles riecht, ist laut, viele Menschen und eine sehr andere Kultur, von sprachlichen Hindernissen ganz zu schweigen. Aber so bin ich. Momentan ist das mein Verständnis von Traumurlaub. Mein Bruder hat so schön gesagt "nicht für Geld würde ich hinfahren, wie kannst du dich nur freuen.."  Aber das Schöne an den Menschen ist ja, dass wir so unterschiedlich sind.

Ich habe ein paar Gedanken in einer Art Reisetagebuch festgehalten, zusammen mit ein paar (mehr) Bildern spiegelt das meine Eindrücke und Erlebnisse von Indien ganz gut wieder finde ich.

Eingebrannt haben sich mir die Erinnerungen an Slumdog Millionaire Szenen - klar, die Inder sind arm, und wollen mich betrügen, bestehlen, kleine Kinder, die neugierig sind, nähern sich mir nur an, um danach mit meinem Geldbeutel auf und davon zu laufen.
Ich muss sagen, die ersten Tage habe ich in ständiger Skepsis verbracht, niemandem vertraut, eher Vorurteils-behaftet misstraut, ganz nach dem Motto "ich habe Slumdog Millionaire gesehen, und weiß was gespielt wird". Schade, und dumm im Nachhinein, denn was ich eigentlich von Beginn an in Indien erlebt habe, war Hilfsbereitschaft und Neugier, Interesse an uns Touristen (wo es doch eigentlich andersrum sein sollte). Gut, natürlich gibt es in Indien, gerade in Delhi, auch Schlepper, die die in Geschäfte und Reisebüros bringen wollen, wo sie eine Kommission bekommen, aber die gibt es ja überall. Aber dann wieder hat mir ein Geschäftsbesitzer, in dessen Laden ich nur einen kleinen Holzstempel kaufen wollte, umsonst den Arm mit Henna bemalt. Er wollte das so, meinte er, ich war verwirrt und unsicher, will er Geld, ist das wirklich das KARMA, von dem in Indien jeder spricht? Ich ging und er winkte mir nach. Es gibt wohl noch nette Menschen. Ein Inder im Hotel meinte, für mein Henna hätte ich normalerweise ca 50 Euro zahlen müssen. Mindestens. Wenn man bedenkt, dass viele Inder nicht viel mehr im Monat verdienen, ein unglaubliches Geschenk. (Foto gibt es davon keines - ich bin eigentlich nicht so der Henna-Typ, aber es war ja nett gemeint :)) Jedenfalls gab ich dann ein perfektes Bild der von mir so belächelten Individual-(und wir zeigen es!)Touristen ab...
Delhi, unser erster Stop war überwältigend. Laut, dreckig und voll, aber man stumpft erschreckend schnell gegenüber Bettlern und Krüppeln ab (wieder ein Slumdog Millionaire Phänomen, traurig, wenn einem selbst die Vorurteile bewusst werden, die man so in sich trägt). Und Kühe überall. Die berühmten, heiligen Kühe... Arrogante, verzogene Biester muss ich als Ungläubige leider sagen. Stehen überall rum, im Weg, denken auch gar nicht daran selbigen zu verlassen und während wirklich jeder und jedes Ding in Indien aus dem Weg gehupt wird, um die "holy cows" machen sie alle einen großen Bogen. Dass selbige sich ganz unheilig von dem Müll, der zuhauf auf den Straßen liegt, ernähren und oft auch an von ihnen verspeisten Mülltüten sterben, ist traurige Tatsache.
Klar haben wir viele Sehenswürdigkeiten in Delhi besichtigt und fotografiert (und wurden als Sehenswürdigkeiten besichtigt und fotografiert) fasziniert hat mich aber vor allem die Marktstraße und natürlich die Menschen und ihre Lebenseinstellung.
Was jetzt folgt ist eine Bilderflut aus Delhi, enjoy
In Sachen "mir aufschreiben oder merken, wo das war, bin ich schlecht. Orte, ja - Namen von Sehenswürdigkeiten sind allerdings Schall und Rauch - in einem Park mit Überresten eines alten Palastes..
 Wie gesagt, ich liebe nicht nur die Sehenswürdigkeiten eines fremden Landes, sondern vor allem auch ihre Menschen und deren Lebensweise (das klingt ein bisschen als würde ich darüber schreiben, Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten, aber ein bisschen ist es ja auch so. Oben ein Pärchen in einem Park vor einem Mausoleum (Palast), das dem berühmten Taj Mahal ein Vorbild war, und das gleich im unteren Foto folgt. Übrigens sind zärtliche Berührungen wie diese hier selten in Indien, es ist verpöhnt viel Haut zu zeigen und da leider die Inder eine sehr patriarchalische Einstellung haben und die Frau tunlichst ins Haus und hinter den Herd gehört (man sieht wirklich wenig Frauen in Geschäften oder Hotels arbeiten oder auf der Straße unterwegs), war dieses Bild in Delhi absolut die Ausnahme (in späteren Posts werde ich noch übers Landleben schreiben, da wird dann auch gern mal total verschleiert)
Im unteren Bild ein paar Arbeiter im selbigen Palastgarten beim Arbeiten, sehr traditionell, sehr handwerklich. Auch wenn Indien als eine TechnikHochburg bekannt ist, im täglichen Leben ist das noch nicht angekommen.

 Besagter Palast - ich finde man sieht ein Gesicht in dem Teil mit der großen Kuppel. Oder zumindest ich sehe ein Gesicht :) 
Hier sieht man nochmal ein Beispiel für die Handarbeit - und ausnahmsweise auch mal eine Frau beim Arbeiten in der Öffentlichkeit. Bemerkenswert war übrigens außerdem, dass 98% der Frauen immer im traditionellen Sari gekleidet waren. Das hat noch mehr zum schönen und geheimnisvollen Flair Indiens beigetragen!
Technik in Indien - bezogen auf Handys - ist wirklich angekommen, wenn auch keine supermodernen Smartphones, so hatte jeder Inder ein Handy, mit dem ich als Blondine auch immer fotografiert wurde  (und wenn man die 3 jungen Männer auf dem Foto betrachtet, dann kann man sich vielleicht vorstellen in wie vielen Variationen ;)) Das war etwas, was ich so noch nie erlebt und in einer Metropole wie Delhi auch nicht erwartet hätte - aber bei der Unmenge an Indern gehen die Touristen wirklich unter. Ein bisschen leid getan haben mir immer die Ehefrauen, wenn der Mann mich ansprach "My wife wants a picture with you" und das wesentlich wichtigere Foto war aber dann das, wo er neben mir stand und welches seine Frau machen musste...
 Das untere Bild habe ich ja schon kurz im Teaser vorgestellt, es ist aber eines meiner Lieblingsbilder, da ich a) nirgends sonst so viele Frauen auf einmal gesehen habe und es b) die Farbvielfalt Indiens für mich wiederspiegelt. Indien ist bunt. Wer auf schlicht, schwarz-weiß oder so steht, ist hier defintiv falsch. Überall findet man Kitsch, (in den neueren Tempeln, in jedem Laden) Gold und bunte Farben!  Das obere habe ich in einem muslimischen Viertel geschossen, wir hatten das Glück freitags in Delhi zu sein, und dort wird dann traditionell zum Gebet gerufen und gepredigt. Ich liebe einfach die verschiedenen Farben der Saris und Tücher, die man dort findet.
 Die Kinder vor der Moschee, waren wir immer sehr neugierig und wir hatten viel Spaß zusammen Fotos zu machen, vor allem in den kleinen Frechdachts links habe ich mich total verliebt. Es ist bestürzend in welchen Umständen die Kinder dort teils aufwachsen, und das war noch weit entfernt von jeder Art von Slum! Aber auch faszinierend, wie sie das beste draus machen, und wenn es eben keinen Spielplatz gibt, wird halt auf den flachen Dächern rumgeturnt und Ball gespielt!

Eines meiner Lieblingsbilder aus einem stilleren Eck auf dem Moschee-Platz.
Ein Beispiel von so vielen, dass das Leben auf der Straße stattfindet - Wer von uns würde wohl hier zum Friseur gehen? 
Die berühmt-berüchtigten "holy cows"... Beim Essen. Wie oben schon erwähnt, ist Müll ihre Hauptnahrung.
Ein bisschen Sonnenuntergang muss sein. Alter Palast in Delhi.
Ich schwelge jetzt ein wenig in wehmütigen Urlaubserinnerungen und bereite gedanklich schon mal den nächsten Stop - Agra (Taj Mahal) vor. Und jetzt raus, die Sonne und vor allem das Leben genießen - es ist Wochenende!
xx Judy

Mittwoch, 25. Juli 2012

Melonen-Granita

Erst vor kurzem habe ich meine Liebe zu unserem kleinen, aber feinen Wochenmarkt entdeckt. Dies liegt vor allem an zwei besonderen Ständen.
Der eine verkauft Backwaren mit Zutaten aus der Region, unter anderem einen kleinen Laib Brot, der schmeckt wie ein Vinschgerl. Man stelle sich das vor, ein großes, geschmacksintensives Vinschgerl. Was gibt es besseres als ein frisches, gutes Brot mit Butter?!
Der andere bietet tolles Obst und Gemüse in Bioqualität an, einen Großteil davon aus eigenem Anbau.
Und ich muss zugeben, dass ich die Geduld des Gemüsemenschen regelmäßig strapaziere, denn ich will eigentlich immer nur das kaufen, was wir wirklich essen können. Und das ist in einem Zwei-Personen-Haushalt mit Kerl, der in ständiger Angst vor einem Vitaminschock lebt, nun mal nicht besonders viel.

Ich kaufe dann also das, was ich wirklich brauche, aber während der Gemüsemensch mir dann mein Zeug einpackt, sehe ich, was es noch alles gibt. Ungewollt wandert dann noch dies und jenes in meinen Korb und am Schluss quillt mein Korb über mit Grünzeug, das ich eigentlich nicht kaufen wollte. Eigentlich.

Zuhause überlege ich dann (aber erst dann, niemals schon während des Einkaufens oder gar zuvor), wie ich das Grünzeug verarbeite. Das Buch über Sorbets und Granitas, das mir meine Mama letzte Woche mitbringt, kommt da wie gerufen. Und ein Verwendungszeck für die halbe Wassermelone, die ich unbedingt haben musste, ist auch gefunden.

Klein geschnitten und eingefroren wird die Wassermelone also zur Granita.
Und das ist eine Win-win-Situation, genau genommen eine Win-win-win-Situation.
- Kein Obst wird schlecht (Win für die Lebensmittel-Wegwerf-Bilanz)
- In Form einer Granita nimmt sogar der Kerl Vitamine zu sich (Win für mich, jeden Tag eine gute Tat und so)
- Der geduldige Obstmann wird auch künftig mehr Obst an mich verkaufen können als ich brauche (Win für seinen Geldbeutel), man kann ja schließlich Granita daraus machen.




Schon beim ersten Schluck (oder Bissen? Die Konsistenz bewegt sich in der Grauzone zwischen flüssig und fest) frage ich mich, wieso ich noch nie Granita gemacht habe?
Vermutlich, weil ich sie aus Italien als übersüßte, zu bunte und dabei geschmacklose Pampe in Erinnerung hatte.
Dieses Rezept kommt ganz ohne zusätzlichen Zucker aus, is farblich aber ein echter Hingucker und das beste ist: Das nächste Mal mix ich noch einen Schluck Wodka dazu und schon hat man einen respektablen Sommerdrink (für's nächste Jahr dann, Galgenhumor!)

Cheers!







Und so geht's:
Melonen-Granita
für 4 Personen
500 g Wassermelone
3 EL Zitronensaft
3 Stängel Minze

Die Kerne aus der Wassermelone pulen, dann das Fleisch kleinschneiden und einfrieren.
Die gefroreren Melonenwürfel mit dem Zitronensaft und Minzblätter in den Mixer geben und zu einer dickflüssigen Masse pürieren.

Montag, 23. Juli 2012

Sonntagssüß: Banoffee Cupcakes

Es gibt Rituale, Bräuche, Tradition, ohne die für mich nicht Heiligabend werden kann. Die Vorweihnachtszeit ist dann nicht vollständig, ich bin dann noch nicht bereit für Weihnachten.

Dazu gehört Backen mit meiner Oma, wobei sich das Machtverhältnis in der Küche in den letzten Jahren gewandelt hat und nun ich die Rezepte aussuche und den Großteil der Arbeit mache - sehr gerne mache, natürlich. 
Dazu gehört das Engelesspiel auf dem Augsburger Christkindlmarkt (kitschig, aber wunderschön), das heute noch wie vor 20 Jahren eine Gänsehaut bei mir hervorruft.
Und seit Tatsächlich Liebe vor einigen Jahren in die Kinos kam, gehört auch dieser Film zu meinen vorweihnachtlichen Ritualen. Mit Kinderpunsch, Bratapfel und Plätzchen kuschle ich mich dann aufs Sofa und weine eigentlich schon, bevor der Film überhaupt beginnt.

Was das alles mit Banoffee Cupcakes zu tun hat? Und das mitten im Sommer?
In Tatsächliche Liebe bietet Juliet Mark, als er ihr die Tür öffnet, Banoffee Pie an.
Filmausschnitt hier :)

Seit ich das erste Mal diese Szene gesehen habe, war mir klar, ich MUSS Banoffee Pie probieren - obwohl ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, was Banoffee Pie überhaupt ist.
Nachdem ich aber so vieles sehe, was ich unbedingt probieren muss, hat es eine ganze Weile gedauert, bis ich mich an Banoffee gewagt habe. Und das nicht einmal in Pie-Form, sondern als Cupcakes.

Tut dem vollendeten Genuss aber keinen Abbruch!






Man mag es kaum glauben, aber diese Banoffee Cupcakes sind die ersten Cupcakes, die ich je gemacht habe. Muffins backe ich seit Jahren, an Cupcakes haben ich mich allerdings nie herangewagt, zu groß war die Furcht vor den Mengen an Butter und Zucker im Topping. Aber jede einzelne Kalorie war es wert :)

Meine Unerfahrenheit sieht am nicht so furchtbar schön aufgetragenen Topping, aber ich hatte so viel Spaß dabei, dass ich heute losziehen werde, um mir eine neue Spritztülle mit tollen Vorsätzen zu kaufen. Ich kann es kaum erwarten, so richtig schöne Cupcakes zu machen!







Diese Banoffee Cupcakes sehen vielleicht nicht besonders hübsch aus, aber die Kombination aus Karamell, Buttercreme (im Original Sahne), Banane und Schoki (im original Pie Crust) ist einfach ein Traum.

Das Karamell ist eingekochtes Milchmädchen, die Banane habe ich nach dem Backen in den Muffin integriert, indem ich den Muffin ausgehöhlt habe und danach mit dem Deckel wieder verschlossen. Diese zusätzliche Arbeit werde ich mir künftig sparen und das Bananenstück vor dem Backen in den Teig drücken.





Und so geht's:
Banoffee Cupcakes

Schokoladen Muffins 
(nach GU Muffins & more)

70 g weiche Butter
200 g Zucker
1/2 TL gemahlene Vanille
1 Ei
210 ml Milch
1 TL Essig
300 g Mehl
2 TL Backpulver
1 TL Salz
80 g Kakaopulver

Butter mit Zucker, Vanille und Ei kurz verrühren. Milch und Essig unterrühren.

In einer zweiten Schüssel die trockenen Zutaten vermischen, anschließend zur Buttermischung geben und gut verrühren.

Im vorgeheizten Backofen bei 15ß°C Umluft 20 min. backen.

Füllung und Topping
2 Bananen
100 g weiche Butter
100 g Frischkäse
100 g Puderzucker
Karamell

Nach dem Abkühlen Muffins aushöhlen, ein Stück Banane hineinlegen und Deckel wieder daraufsetzen.
Butter schaumig schlagen, Puderzucker und Frischkäse dazugeben. Im Kühlschrank kalt werden lassen, anschließen Karamell auf das Topping geben.

Das Topping auf die Muffins spritzen.

Donnerstag, 19. Juli 2012

Sommerlektüre

Sommerzeit ist bei mir faule Zeit. 

An Wochenenden will ich keine Radtouren unternehmen, sondern in der Sonne liegen und lesen.

Im Urlaub will ich keine alten italienischen Kirchen anschauen (obwohl es da schön kühl ist), sondern in der Sonne liegen und lesen.

Und zwar stundenlang, ja, tagelang.

Wenn es nach mir geht, lege ich mich von morgens, sobald es hell ist, bis abends, wenn es dunkel wird, auf eine Sonnenliege und verschlinge Bücher. Das ist sozusagen ein Zwang, schließlich horte ich das ganze Jahr über Bücher. Auf Flohmärkten, in Buchhandlungen, im Internet, aus den Bücherregalen von Freunden. Ja, ich bin ein Buch-Messie.

Einige wenige lese ich direkt, die meisten fallen in die Kategorien "sollte man mal gelesen haben" oder "will ich mal noch lesen". Erstere stehen für gewöhnlich ewig im Regal - ungelesen, versteht sich. Wer nimmt sich am Wochenende schon freiwillig Ulysses oder Krieg und Frieden vor?!

 Zweitere sammeln sich in meinem Bücherschrank auf einem eigenen Regal.

Und meine einzige Chance, dieses Regal ab und zu leer räumen zu können, (um es danach selbstverständlich wieder aufzufüllen, wo bleibt denn sonst der Spaß) ist die exzessive Leserei am Wochenende und im Urlaub.





Mein Büchergeschmack wandelt sich immer mal wieder, ich lese in Intervallen entweder nur Krimis oder nur Schnulzen.
 Dementsprechend sieht übrigens auch mein Bücherschrank aus. Die Buchrücken sind entweder dunkelgrün, dunkelblau udn schwarz oder sie sind rosa, helllila und hellblau. Ich sollte mich wirklich mal für ein Genre entscheiden, dann würde auch der Schrank ordentlicher aussehen.

Im Moment ist Schnulzenzeit!

Und diese sind meine Lieblingsschnulzen:
Je süßer das Leben handelt von drei Frauen, die ihr Glück beim Backen finden.
Unser Sommer in Georgia handelt von einer Frau, die ihr Glück in einem Buchladen findet.

Ja, das sind sowas von meine Bücher!

Aber auch die anderen sind empfehlenswert, The three Weissmanns of Westport ist ein Überbleibsel aus dem letzten Urlaub, denn ein englischsprachiges Buch ist Pflichtlektüre.

Wir wollen ja nicht völlig verdummen :)

Und dabei lernt man so essentielle Dinge wie den englischen Ausdruck für das kleine Schwarze, das heißt nämlich little black number!





Jetzt kann der Urlaub also kommen. Nein, er muss kommen, das Regal mit den ungelesenen Büchern biegt sich nämlich schon durch.

Von meiner Urlaubsreife mal ganz abgesehen...



PS. Auch im Winter will ich am Wochenende nur lesen, dann allerdings auf der Couch. Ich putze dann einfach nicht. Weil: A clean house is a sign of a wasted life.

Dienstag, 17. Juli 2012

Wakeboard Blues

Anfang des Monats gab es bei uns Grund zu feiern: der Kerl hatte Geburtstag.




Und glücklicherweise musste er am Tag vor seinem Geburtstag abends lange arbeiten, so dass ich in aller Ruhe einen Geburtstagstisch vorbereiten konnte.

Und diese Ruhe war auch nötig, um mich zum einen der Torte zu widmen, vor allem aber um meine Feindschaft mit dem Fondant niederzulegen und irgendwie einen halbwegs ansehnlichen Überzug hinzukriegen.

Dafür, dass diese Torte mein zweiter Versuch war, bin ich eigentlich ganz zufrieden mit dem Resultat. Sehr hilfreich fand ich dabei diese Seite:


Auch wenn man bei längerem Betrachten vermutlich Gefahr läuft, nervöse Zuckungen zu bekommen, weil die Seite in meinen Augen sehr bunt, sehr voll und sehr unübersichtlich ist, versteht die Dame hinter der Seite ihr Handwerk einfach. Klickt man in der obersten Zeile auf Tutorials, so erhält man eine ganze Menge wirklich hilfreiche Tips und Tricks, vor allem was Grundlagen anbelangt.

Und genau diese Grundlagen erarbeite ich mir gerade :)






Da der Kerl eine Actionkamera, die er auf sein Wakeboard bzw. seinen Helm montieren kann, zum Geburtstag gekriegt hat, wollte ich die Torte an dieses Geschenk anlehnen und hab versucht, sein Board möglichst detailgetreu aus Fondant nachzubauen.

Das Board lebt übrigens nicht mehr, er hat's gegessen - obwohl es als Deko gedacht war und Fondant nun wirklich kein besonderes Geschmackserlebnis ist :)




Das restliche Fondant hab ich als Muffindeko verwendet und Glückwünsche reingedruckt.
Auf diese Weise kamen auch die Keksstempel, die seit Jahren in der Küche rumliegen, mal zu einem Einsatz.

Was lange währt, wird endlich gut und so...






Und da Red Bull zu seinen Grundnahrungsmitteln gehört, durfte auch das nicht fehlen. Zumal die blauen Dosen sich auf dem blauen Geburtstagstisch ziemlich gut machten...

Donnerstag, 12. Juli 2012

Fundstück + Pizzaparty

Wann immer ich einen miesen Tag habe, egal ob ich mich mit der Hotline einer Versicherung rumärgern musste oder im Supermarkt meine Lieblingsschoki alle war oder der Tag einfach von Anfang an mies war, gibt es eines, das mich unter Garantie zum Lächeln bringt: die Fotos und Videos von White on Rice.

Da ich süchtig nach diesen Videos bin, war es naheliegend, eines davon als Inspiration zu verwenden, als wir ein Thema für die Geburtstagsfeier des Kerls überlegt haben.















Und da die Eltern des Kerls einen Pizzaofen aus Stein im Garten haben, war uns das Thema eigentlich von Anfang an klar: Pizza-Party.

Anbei einige wenige Impressionen unseres Abends, denn vor lauter Sorge, dass das Essen nicht reicht und die Gäste zu lange warten müssen, vergesse ich so gut wie immer das Fotografieren.

Das Video ist eh viel schöner :)























Beim Anblick der Bilder läuft mir nur so das Wasser im Mund zusammen, denn das Essen war überragend. Und als Nachspeise gab es dieses Tiramisu... die vollendete Völlerei!













Montag, 9. Juli 2012

Sonntagssüß: Tiramisu

Dieses Sonntagssüß war eigentlich eher ein Samstagssüß.

Allerdings zehre ich auch heute noch von der Erinnerung an dieses Glas voll cremiger Wunderbarkeit.

Tiramisu ist nicht umsonst ein Klassiker der italienischen Küche wie der Nachspeisen weltweit.




Die meisten Nachspeisen-Variationen basieren auf dem gleichen Prinzip, die Kombination aus Keks und Creme, manchmal noch mit Frucht dazu.

Und auch die Tiramisu-Variationen kennen keine Grenzen:
sommerliches Beeren-Tiramisu
weihnachtliches Apfel-Zimt-Tiramisu
Schwarzwälderkirsch-Tiramisu
Kokos-Tiramisu
und
und
und...

Es gibt nichts, das es nicht gibt. Und wie blöd das Wort Tiramisu aussieht, wenn man es so oft liest, oder? :)






Und auch die Variationen des klassischen Tiramisu sind zahlreich:
ohne rohe Eier (böse Salmonellen)
ohne Mascarpone (böse Kalorien)
ohne Amaretto (böser Alkohol)

Doch ein Klassiker ist nicht umsonst ein Klassiker.

Und auch wenn Eier, Mascarpone und Amaretto böse sind, zu einem richtigen Tiramisu gehören sie wie Zimt zu Zucker, wie Erdnussbutter zu Marmelade, wie Schoko zu Banane.

 



Um mir die Arbeit zu erleichtern, und die Löffelbiskuits nicht in die Gläser einpassen zu müssen, verwende ich für ein Erdbeertiramisu Eierplätzchen, die schon passend rund geliefert werden.

Als ich am Samstag bereits zu unchristlichen Zeiten in der Küche stand, um das Tiramisu zu machen, war ich kurz davor, diesen leichteren Weg zu gehen.

Nach kurzer Überlegung waren mir die Löffelbiskuits und deren Fluffigkeit aber die Mühe wert und es hat sich bezahlt gemacht.

Muss es allerdings mal richtig schnell gehen, sind Eierplätzchen eine wirklich gute Alternative.




Dieses Tiramisurezept mache ich seit ca. 10 Jahren, unverändert. Nach keinem anderen Rezept wurde ich so häufig gefragt wie nach diesem Tiramisu (na, doch, vielleicht nach diesen Schokocookies).

Das größte Kompliment, das ich bisher für dieses Tiramisu erhalten habe?

Es sind eigentlich zwei. Der Kerl, der eine ganze Portion, also das volle Kar alleine isst, wenn's sein muss.

Und die Nachbarin der Eltern vom Kerl, die mit einem Italiener verheiratet ist. Denn selbst die hat das alte italienische Familienrezept ihrer Schwiegerfamilie zugunsten dieses Rezepts verbannt. Und das will was heißen!


Hier also das Rezept, mit Kalorien, mit Alkohol, aber ohne Salmonellen :)

500 g Mascarpone
4 Eigelb (frische Eier, am besten direkt vom Bauern)
2 Eiweiß
100 g Puderzucker
2 cl Amaretto
400 g Löffelbiskuits
250 ml Espresso
Kakao zum Bestäuben

Löffelbiskuits mit Espresso bestreichen, bis sie vollgesogen, aber nicht schwammig sind.

Eigelb, Puderzucker und Amaretto zu dicklicher Creme schlagen. Mascarpone unterrühren.

Eiweiß steif schlagen und unterheben.

Creme und Biskuits in je 2 Lagen schichten, wobei unten Biskuits und oben Creme sein sollen.

2-4 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen. Vor dem Servieren dick mit Kakao bestäuben.

 Einfach, oder? 


Anti-Salmonellen-Garantie:
Frisch Eier, Kühlkette nicht unterbrechen, am gleichen Tag verzehren.
Vor allem der Verzehr am gleichen Tag ist kein Kunststück :)