Mittwoch, 25. Juli 2012

Melonen-Granita

Erst vor kurzem habe ich meine Liebe zu unserem kleinen, aber feinen Wochenmarkt entdeckt. Dies liegt vor allem an zwei besonderen Ständen.
Der eine verkauft Backwaren mit Zutaten aus der Region, unter anderem einen kleinen Laib Brot, der schmeckt wie ein Vinschgerl. Man stelle sich das vor, ein großes, geschmacksintensives Vinschgerl. Was gibt es besseres als ein frisches, gutes Brot mit Butter?!
Der andere bietet tolles Obst und Gemüse in Bioqualität an, einen Großteil davon aus eigenem Anbau.
Und ich muss zugeben, dass ich die Geduld des Gemüsemenschen regelmäßig strapaziere, denn ich will eigentlich immer nur das kaufen, was wir wirklich essen können. Und das ist in einem Zwei-Personen-Haushalt mit Kerl, der in ständiger Angst vor einem Vitaminschock lebt, nun mal nicht besonders viel.

Ich kaufe dann also das, was ich wirklich brauche, aber während der Gemüsemensch mir dann mein Zeug einpackt, sehe ich, was es noch alles gibt. Ungewollt wandert dann noch dies und jenes in meinen Korb und am Schluss quillt mein Korb über mit Grünzeug, das ich eigentlich nicht kaufen wollte. Eigentlich.

Zuhause überlege ich dann (aber erst dann, niemals schon während des Einkaufens oder gar zuvor), wie ich das Grünzeug verarbeite. Das Buch über Sorbets und Granitas, das mir meine Mama letzte Woche mitbringt, kommt da wie gerufen. Und ein Verwendungszeck für die halbe Wassermelone, die ich unbedingt haben musste, ist auch gefunden.

Klein geschnitten und eingefroren wird die Wassermelone also zur Granita.
Und das ist eine Win-win-Situation, genau genommen eine Win-win-win-Situation.
- Kein Obst wird schlecht (Win für die Lebensmittel-Wegwerf-Bilanz)
- In Form einer Granita nimmt sogar der Kerl Vitamine zu sich (Win für mich, jeden Tag eine gute Tat und so)
- Der geduldige Obstmann wird auch künftig mehr Obst an mich verkaufen können als ich brauche (Win für seinen Geldbeutel), man kann ja schließlich Granita daraus machen.




Schon beim ersten Schluck (oder Bissen? Die Konsistenz bewegt sich in der Grauzone zwischen flüssig und fest) frage ich mich, wieso ich noch nie Granita gemacht habe?
Vermutlich, weil ich sie aus Italien als übersüßte, zu bunte und dabei geschmacklose Pampe in Erinnerung hatte.
Dieses Rezept kommt ganz ohne zusätzlichen Zucker aus, is farblich aber ein echter Hingucker und das beste ist: Das nächste Mal mix ich noch einen Schluck Wodka dazu und schon hat man einen respektablen Sommerdrink (für's nächste Jahr dann, Galgenhumor!)

Cheers!







Und so geht's:
Melonen-Granita
für 4 Personen
500 g Wassermelone
3 EL Zitronensaft
3 Stängel Minze

Die Kerne aus der Wassermelone pulen, dann das Fleisch kleinschneiden und einfrieren.
Die gefroreren Melonenwürfel mit dem Zitronensaft und Minzblätter in den Mixer geben und zu einer dickflüssigen Masse pürieren.

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