Samstag, 29. September 2012

Hab ich wohl vergessen zu erwähnen?!

Die Sache mit der Wahrheit im Internet ist ja so eine spezielle. 
Wer wirklich alles aus seinem Leben erzählen und zeigen wollte, könnte sich auch gleich 24 Stunden filmen lassen oder bei der neuen Big Brother Staffel (gibt´s das denn überhaupt noch?) mitmachen. Ein Blog aber bietet die Möglichkeit, selektiert Szenen aus seinem Leben zu zeigen (es sei dahingestellt, inwieweit die der Realität entsprechen oder einfach nur ins rechte Licht gerückt wurden) und sich zu präsentieren, wie man sich eben präsentieren möchte, Seiten an sich zeigen, die im Alltag untergehen oder nicht verstanden werden, was auch immer.  
Ein Blog erhebt jedoch nicht den Anspruch alles zu zeigen, die volle Wahrheit, das komplette Leben oder die Persönlichkeit des Autors, der Autoren. Das kann man, muss man aber nicht. Viele von uns werden das nicht tun, denn was hat man schon davon, wenn man das zerknautschte, ungeschminkte Gesicht zeigt, das man jeden Tag morgens im Spiegel sieht (hier danke ich immer kurz meiner Sehschwäche, dann ist der Anblick nicht ganz so scharf und  schockierend ;)) Oder den unaufgeräumten Kleiderschrank, den verkohlten Kuchen, das sind Dinge, auf die wir nicht besonders stolz sind, die müssen nicht extra erwähnt werden, jeder kennt sie. Stattdessen rückt man alles ins rechte Licht, zeigt die guten und schönen Seiten seines Lebens und versucht eine Inspiration zu sein. Mal wieder den Blick fürs Detail zum Leben zu erwecken. Man möchte ja für sein Leben/seinen Blog bewundert werden. Denn lasst uns ehrlich sein, schriebe ich es wirklich NUR für mich, dann würde das gute alte Tagebuch genügen. Oder meinetwegen ein Word-Doc auf meiner Festplatte. Stattdessen bloggen wir und kommentieren, und freuen uns insgeheim über jeden neuen Klick und Besucher. 
Ich stimme jedem zu, der sagt, das Glück muss aus einem selbst kommen, jeder Samen muss selbst sprießen und gedeihen, völlig richtig. Aber Sonne, Wasser und eine fruchtbare Erde helfen eben unglaublich dabei. Und man muss es sich ja nicht unnötig schwer machen ;) 

Ich weiß nicht mehr wie ich auf meinen ersten Blog gestoßen bin, aber es ist noch nicht allzu lange her (vielleicht 2 Jahre?) und ich habe mich dabei ertappt, wie ich diesen Blog regelrecht gefressen habe, alle vergangenen Posts in einer Nacht nachgelesen (zum Glück lese ich schnell ;)) und die Welt verflucht habe, das eben jene Bloggerin nicht meine Mutter sein konnte. Alles schien perfekt. Ihr Aussehen, ihre Deko, ihre Kuchen und Parties, ja sogar ihre Kinder, verdammt. Ich war schon ein bisschen neidisch. Dass ein Blog nicht ein komplettes Leben widerspiegelt, war mir dabei schon klar, aber man darf doch noch träumen? Und sich diese Perfektion und diesen wunderschönen Schein als Inspiration und geheimes Ziel nehmen? 
Das schöne und gleichzeitig "gefährliche" an der wunderbaren Welt der Blogger ist, dass man sich verlieren kann. Es gibt so viele nette Bloggerinnen da draußen (an alle Männer, es sei mir verziehen, aber ich habe DEN männlichen Blogger noch nicht für mich gefunden), viele scheinen perfekt und obwohl man sich nicht kennt, wie Freundinnen zu sein. Wobei ich meinen Freundinnen im "echten" Leben selten so viel (geschriebene) Liebe zukommen lasse, wie eben den virtuellen. Man lässt sich inspirieren und eifert nach. Und da beginnt die Gefahr. Verliert man sich, und eifert zu sehr nach - dann sieht man vielleicht auch nicht mehr, dass das was auf dem Blog steht, vielleicht nicht alles ist. Dass es da noch mehr gibt, etwas mit dem man sich vielleicht nicht identifizieren möchte.
Bei meinem ersten Blog ist das eben der Fall. Der Blog wurde bekannt und bekannter. Mehr und mehr Leser kamen dazu und immer professioneller wurde das Auftreten. Mir persönlich ist es egal, was die "ECHTHEIT" angeht - ich liebte und liebe die Deko, Style und Flohmarkt-Posts, den Rest hab ich überflogen, oft ausgeblendet und ignoriert. 
Ich finde es definitiv nicht wichtig, welcher Glaubensgemeinschaft man angehört oder ob überhaupt. Aber wenn man über Glaube und Religion schreiben möchte, muss man sich bewusst sein, dass Fragen dazu kommen. Und ob der richtige Weg ist, diese zu ignorieren, das wage ich zu bezweifeln. 
Dann lieber nicht darüber schreiben?! 
Viele identifizieren sich aber mit der Bloggerin und möchten alles wissen. Warum, frage ich mich? Um so zu werden? Glück lässt sich nicht erreichen, indem man glückliche Personen kopiert. Das habe ich selber ausprobiert und kann bestätigen, das funktioniert nicht ;) Aber viele versuchen die gleichen Wege zu gehen. Und verbirgt sich hinter den Blogs etwas, das vielleicht doch ein kleines Warnschild tragen sollte - dann ist eben dieser Weg ein möglicherweise gefährlicher. 
Joanna wurde nun angegriffen, dass ihr Blog ein Sprachrohr für eine religiöse Glaubensgemeinschaft ist, die wohl gemein wohl als "Sekte" bezeichnet wird. Nachdem ich den Artikel gelesen habe, und selber ein bisschen recherchiert habe, ist mir aufgefallen, dass dieses Thema schon 2009(!) aufgekommen war. Allerdings war der Blog da noch ein kleiner, unbekannter, da hat es wohl noch niemanden weiter interessiert - das Publikum war nicht in dem Maße vorhanden, in dem es jetzt ist. 
Jetzt aber lesen mehrere tausend Menschen regelmäßig diesen Blog, da ist eine Recherche hierzu wohl nicht verwunderlich. Dass dieses Thema jetzt wieder aufkommt und zwar wesentlich durchschlagender, ist da auch nicht verwunderlich. Erfolgreiche und bekannte Menschen sind nunmal viel interessantere Zielscheiben als der 0815 Normalos .. Da möchte ich auch nicht tauschen. 
Aber dann muss ich mir als Person der Öffentlichkeit (und das ist man nunmal zumindest mit der Blogger-Identität) auch Fragen und Kritik gefallen lassen und mir und meinen Lesern/Freunden(????) auch die Chance auf Wahrheit geben oder?
Auch wenn die Zeit nicht leicht ist, vielleicht hilft da einfach die Wahrheit. Und Kommunikation. Denn wie hab ich so schön gelernt: Man kann nicht NICHT kommunizieren. 
Und manchmal ist dann eben Schweigen die schlechteste Wahl des Kommunikationsmittels. Denn Freunde wollen gehört und verstanden werden, wenn sie Fragen haben. Und nicht ignoriert, gelöscht und ausgeblendet. 
Ob ich weiterlesen werde oder nicht? Ich denke ja. Ich bin aber gespannt wie die nächste Reaktion sein wird. Denn ich persönlich mag tot-schweigen nicht. Ich glaube nicht an dessen Wirkung. Aber ich glaube ja auch nicht an Handauflegen...




Freitag, 28. September 2012

Warmes Winterkleid...

... für mein neues Telefon.

Und von diesem Winterkleid für mein Telefon bin ich so angetan, dass ich es unbedingt zeigen muss!

Seit letzter Woche bin ich (quasi gezwungenermaßen) ein Smartphone-Nutzer. Der Grund dafür ist, dass ich mich in meiner neuen zweiten Heimat Marburg pausenlos verlaufe. Ich will immer Abkürzungen nehmen und dann ist der Weg zu Ende. Dauernd den Stadtplan aus der Tasche kramen will ich nicht, deswegen musste ein Telefon mit Maps-Funktion her.




In Marburg ist auch der Laden beheimatet, aus dem ich diese entzückende Handytasche habe: AKD. Der Laden ist nicht weniger entzückend, ganz klein und sehr heimelig. Man kann zuschauen, wie die Betreiberin Handytaschen, Mutterpasshüllen, Schlüsselanhänger, Kissen und Kuscheldecken näht und bestickt.




Als ich vor einigen Wochen das erste Mal in diesem Laden war, musste ich ihn mit leeren Händen wieder verlassen. Ich hatte (und habe) keinen Babybauch, kein Iphone, dafür aber Schlüsselanhänger und Kissen. So gern ich also etwas gekauft hätte, ich hatte für nichts Verwendung. (Ich weiß, völlig verrückt, seit wann kauft man nur, wenn man etwas braucht?! Vor Weihnachten beschenke ich mich selbst noch mit einem Kissen von AKD!)

Umso glücklicher war ich, als ich letzte Woche in die Oberstadt gehen konnte, um dieses Filzkleid für mein Telefon zu kaufen.
Ich hatte die Qual der Wahl, war hin und her gerissen zwischen einer bunt bestickten Hülle und dieser hier, hab mich dann aber für die klassische Variante entschieden.

Ein bisschen hoffe ich ja, dass sie bald fusselt oder dreckig wird, dann kann ich mir eine neue kaufen :) Bestickt mit Krone vielleicht!

Innen ist das neue Kleid mit weißem Filz gefüttert, passend zur Blume.




Das Tollste ist aber, man muss nicht mal bis nach Marburg fahren, um bei AKD stöbern zu können, denn es gibt einen Dawanda-Shop.

Da geht zwar das heimelige Gefühl verloren und man kann nicht beim Nähen zuschauen, die Sachen sind aber trotzdem einfach nur toll.

Mittwoch, 26. September 2012

Tassenliebe - Liebestassen

Ich war noch nie ein Sammler.

Bereits als Kind konnte ich mich immer gut von Sachen trennen, die ich nicht mehr gebraucht habe. Auch heute miste ich gerne und oft aus. Vor allem bei Kleidung bin ich strikt. Alles, was ein Jahr nicht mehr getragen wurde, kommt weg. Egal ob teuer, günstig, aufgetragen oder noch mit Etikett.

Auf dem letzten Flohmarkt hatte eine Frau eine lachsfarbene Bluse von mir in der Hand, die am Kragen mit matt-bronzefarbenen Pailetten bestickt war. Wirklich ein wunderschönes Oberteil, aber ich hatte sie genau einmal an - und das war vor 3 Jahren. Der Frau war die Bluse zu klein, sie hat dann 10 Minuten lang versucht, mich zu überzeugen, die Bluse zu behalten. Zum Glück bin ich hart geblieben.
Einige Minuten später fand die Bluse eine andere Abnehmerin. Und die saß letztes Wochenende mit meiner Bluse in einem Café am Nebentisch. Das hat mich so gefreut! 

Ich schweife ab. Ich war also noch nie ein Sammler.

Doch es gibt eine Ausnahme: Tassen. 
Von Tassen kann ich mich nicht trennen. Deswegen gibt es einen ganzen Küchenschrank voller Tassen bei mir. 
Tassen, die zum Frühstücksgeschirr passen.
Eine Tasse aus dem Starbucks in Barcelona - ein liebgewonnenes Urlaubsandenken.
Eine Tasse aus dem Starbucks in Halifax - dito.
Eine Tasse aus dem Starbucks in Puerto Rico - meine Lieblingstasse, ein Mitbringsel von Judith von vor über 10 Jahren.
Greengatebecher.
Tassen für heiße Schoki.
Zu Weihnachten geschenkte Tassen mit Elchen.
Meine ersten beiden eigenen Tassen, die ich mir zum Auszug gekauft hatte.
Eine Heimatliebe-Tasse von Adelheid, ein Geschenk, als ich die Zusage für meine Stelle in Marburg bekam.
Ich liebe sie alle, obwohl die meisten wirklich Gebrauchsspuren aufweisen. Bei einer ist der Henkel abgebrochen (aber hey, Greengate verkauft Tassen ohne Henkel für ein Heidengeld!), einige andere haben Sprünge und die aus Puerto Rico ist am Rand angeschlagen, man kann nur an einer Seite trinken.

Ganz hinten in meinem Tassenschrank habe ich letztens vier klassisch weiße IKEA-Tassen gefunden. Ich kann mich nicht mal mehr erinnern, wann und warum ich die gekauft habe. Aber sie kamen wie gerufen.



Denn bei Pinterest hatte ich die Idee zu diesen Tassen gesehen und für ein befreundetes Paar brauchte ich nachträglich zum Einzug und zum Geburtstag der Freundin ein Geschenk. Zusätzlich zu diesem Kochbuch gibt es für die beiden heute Abend also auch noch eine selbstgemachte Kleinigkeit....




 Gerade für ein Paar, das schon länger zusammen ist und im völligen Vertrauen auf die gemeinsame Liebe lebt, finde ich diese Tassen ein tolles Geschenk. Ich würde uns glatt auch solche Tassen machen, würde der Kerl heiße Getränke mögen. Tut er aber nicht.

Deswegen kann ich sie guten Gewissens herschenken :)







  

Samstag, 22. September 2012

la dolce vita

Als Kontrastprogramm zu einem verregneten Samstag gibt es heute Fotos aus Italien.

Am besten mit einem Milchkaffee und einem Corissant in Erinnerungen an den eigenen Sommerurlaub schwelgen und in Gedanken die warme Sonne auf der Haut spüren...














 














Sollte der Eindruck entstanden sein, wir hätten nur gegessen, rumgelegen und gebadet - genau so war es! Und es war wunderbar :)