Dienstag, 19. März 2013

Holy Cow Part 2 oder einfach Indien

Chronologisch korrekte Posts liegen mir nicht. 
Überhaupt ist alles, was mit vernünftiger Ordnung zu tun hat, irgendwie nicht so meins. Ich versuchs ja. Echt. Aber Termine einhalten, Pakete in der vorgegebenen Zeit zurückschicken oder Strafzettel bezahlen bevor, eine Mahnung kommt. Es klappt einfach nicht. Es ist nicht, dass ich nicht daran denke oder mir keine 300 Erinnerungs-Postits schreibe - ich denke dran, aber es gibt halt einfach immer so viel wichtigeres und dringenderes zu tun irgendwie. 
Auf alle Fälle müsste ich des Kreisverwaltungsamtes Münchnens liebster Kunde sein. Aufgrund meiner Mahngebühren konnten die sicher schon 3,4  große Parties feiern, da bin ich mir sehr sehr sicher. 

Und vielleicht liegt dem auch meine Liebe zu chaotisch, unorganisierten Reisen zugrunde. Nix planen, einfach drauf los. Beim Ankommen fast vor Angst sterben, dass was nicht funktioniert und doch schief geht und dann Glücksgefühle kriegen, weil es doch irgendwie geklappt hat. Sicher nicht so wie gedacht, aber irgendwie halt doch. 
In Indien findet diese Chaos-Liebe ihre Erfüllung. Und Grenzen. Wenn man nicht mit einer organisierten Reisegruppe unterwegs ist, muss man selbst die provisorischsten Pläne 5mal über den Haufen werfen, bevor man sein Zeil erreicht. 
So braucht man zum Beispiel zum Buchen eines Zugs am Bahnhof eine Kopie des Reisepasses. Zwar nicht immer - aber doch ab und zu. Die können die Beamten aber mitnichten selbst machen, sondern man muss dann natürlich zum Copy-Shop und sich wieder von vorn anstellen. 
Das allein wäre nicht so schlimm, aber nachdem man zum 2. Mal eine halbe Stunde angestanden war, stürmen plötzlich uniformierte & bewaffnete Männer die Tickethalle und scheuchen alle raus. Man wird also panisch, läuft mit, um festzustellen, dass sich einfach vor der Halle alle wieder anstellen und geduldig warten. Warum das Ganze? Nennt sich "Reordering", findet 2 mal am Tag statt und hat für uns Westerns überhaupt gar keinen erkennbaren Grund. Außer vielleicht eine Chai-Pause für die Bahnbeamten. Aber so macht man das mit. Läuft raus, stellt sich vor der Türe an, wartet 15 Minuten und stürmt dann wieder rein, um sich mit Reisepasskopien (die uns mit einem Stempel darauf wieder ausgehändigt wurden) wieder anzustellen. Und letztlich auch ein Ticket zu bekommen. 15 Stunden Sleeper Class für 2,50€. Da meckert man dann doch nicht ;) 
Jedenfalls - und soviel zur meiner chronologischen Fehlbarkeit - passierte diese Geschichte auf dem Weg von Jaipur nach Varanasi.(Nicht dass der geneigte Leser die Zugverbindung von Delhi nach Agra kontrollieren würde) Aus 15 Stunden wurden tatsächlich 22 und eigentlich war dieser Trip auch gar nicht Bestandteil unserer ersten Reise, sondern Teil der 2. im Winter 2012. 
Aber das Erlebnis war eines von vielen Schlüssel-Erlebnissen, wo ich merkte, Indien ist genauso planlos wie ich. Aber funktionieren tuts ja eben doch... 
Und Agra war zwar beeindruckend. Aber da lass ich dann eben lieber Bilder sprechen:
Inder beim Gebet. oder beim Kompost entsorgen. Ich entscheid mich fürs erstere. 
Meine Affenliebe fand in Indien ebenfalls ihre Grenzen. Ganz schön frech diese Biester - nur nicht in die Augen schauen... 
Kleiner Tempel gegenüber der Rückseite des Taj Mahals.
Anfangs hatte ich noch Paranoia - a la slumdog millionaire - und dachte sie wollen nur mein Geld. Fotos machen und spielen war jedoch viel besser. Wer kennt dieses "eine Hand nach der anderen übereinander legen und die unterste zieht wieder oben drauf und irgendwann wirds ganz schnell" Spiel? Das funktioniert auch ohne Worte. Genau wie Murmeln. Die Jungs hatten das voll drauf! 
Zu früh für den richtigen Sonnenuntergang. Und Blende richtig einstellen habe ich erst danach gelernt - aber dennoch liebe ich es.. 
Er macht ein "indisches Vermögen damit, dass wir den o.g. Ausblick bei Sonnenuntergang haben konnten.. 
Charmanter Inder beim Anstehen.  Alle tragen Uniform. Und Gewehre. Ganz wichtig.
Early morning light - leider ist es mittlerweile kein Geheimtip mehr, sich frühmorgens anzustellen... 
Harterkämpfter Spot, um endlich mal nicht 3 Trillionen Menschen auf dem Foto zu haben. Ganz klein sieht man sie hinten rumwieseln. Ohne Schuhe übrigens, denn das Taj ist für die Muslime ein heiliger Ort und da trägt man keinen Dreck hin... 
Den besten Ausblick hat man allerdings von den chilligen Cafés drumherum, hier noch nicht ganz perfekt. 
Aber dieser Ausblick war genial! 

Touri-Falle hin oder her. Das Taj ist traumhaft. Allerdings vor allem von der Rückseite am Fluss (siehe die ersten Bilder) und Von einem der vielen Cafés drumherum, mit Dachterrasse und "the best view" Den haben sie natürlich alle.. Der Klassiker, ein Foto von mir mit Blick auf das Taj durfte natürlich auch nicht fehlen. 
Bis zum nächsten Mal. 
xx Judy

1 Kommentar:

  1. Sehr schön, die indischen Impressionen! Das erinnert mich sehr an meine Nord-Indien-Reise 2010. Indien ist einfach anders- sehr anders. Jeder Tag birgt ein neues Abenteuer ;-) und Zugfahren gehört definitiv in die Kategorie "Abenteuer"!
    Ich finde auch, dass das Taj Mahal traumhaft ist. An diesem Ort herrscht eine ganz besondere Stimmung, um nicht zu sagen "Magie".
    Ganz liebe Grüße, Renate

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